Was sind GPX-Dateien?
GPX-Dateien speichern geografische Informationen in einem Format, das von vielen Navigationsgeräten und Kartenprogrammen gelesen werden kann. Die Abkürzung GPX steht für GPS Exchange Format. Eine Datei mit der Endung .gpx kann beispielsweise den Verlauf einer Wanderung, eine geplante Fahrradroute oder einzelne markierte Orte enthalten.
GPX ist kein Kartenbild. Die Datei enthält vor allem Daten zu Positionen und kann diese zu einem Track, einer Route oder einer Sammlung von Wegpunkten ordnen. Eine Navigationsanwendung stellt die Informationen dann auf einer Karte dar. Welche Karte und welche Zusatzfunktionen verfügbar sind, hängt von der verwendeten Anwendung ab.
Das Format eignet sich, um Tourendaten zwischen verschiedenen Geräten und Programmen auszutauschen. Die Übertragung funktioniert allerdings nur reibungslos, wenn das empfangende Gerät die enthaltenen Daten und deren Struktur unterstützt. Deshalb lohnt sich vor einer Tour ein Blick darauf, ob die Datei korrekt geöffnet wurde und der gewünschte Inhalt vollständig erscheint. Passende Geräte und Kaufkriterien findest du in unserer Rubrik Outdoor & Fahrrad.
Tracks, Routen und Wegpunkte: die Unterschiede
Die Begriffe Track, Route und Wegpunkt werden im Tourenalltag mitunter gleichbedeutend verwendet. Sie bezeichnen aber verschiedene Arten von Informationen. Zu wissen, welche davon in einer GPX-Datei enthalten sind, hilft dir bei der Auswahl und Nutzung einer Tour.
Was ist ein Track?
Ein Track besteht aus einer Reihe von Positionspunkten, die zusammen einen aufgezeichneten Wegverlauf bilden. In der Regel liegen die Punkte in der Reihenfolge vor, in der die Strecke zurückgelegt wurde. Auf einer Karte erscheint ein Track als Linie.
Ein Track beschreibt in erster Linie, wo jemand unterwegs war oder wo ein geplanter Verlauf entlangführt. Er enthält nicht automatisch Abbiegehinweise oder eine Wegbeschreibung. Beim Navigieren kann ein Gerät die Linie anzeigen und dich darauf hinweisen, wenn du dich vom dargestellten Verlauf entfernst. Wie deutlich solche Hinweise ausfallen, ist je nach Gerät oder Programm unterschiedlich.
Aufgezeichnete Tracks können zusätzliche Angaben enthalten. Dazu gehören etwa Zeitinformationen oder Höhenwerte, sofern sie beim Aufzeichnen erfasst und in der Datei gespeichert wurden. Solche Angaben sind nicht bei jeder Datei vorhanden. Auch die Zahl und Dichte der Positionspunkte variiert: Ein dicht gespeicherter Verlauf kann Kurven detaillierter abbilden, während wenige Punkte eine Linie vereinfachen. Wie genau die einzelnen Punkte sind, hängt auch vom Empfang ab – mehr dazu im Beitrag zur GPS-Genauigkeit im Gelände.
Was ist eine Route?
Eine Route besteht aus einer Folge von Punkten, die einen geplanten Weg beschreiben. Sie kann Zwischenziele enthalten, an denen du vorbeikommen möchtest. Im Unterschied zu einem aufgezeichneten Track legt eine Route nicht zwingend jeden Verlaufspunkt zwischen Start, Zwischenzielen und Ziel fest.
Ein Navigationsgerät kann die Route deshalb anhand seiner eigenen Karten und Routingeinstellungen berechnen. Das Ergebnis kann vom ursprünglich gedachten Weg abweichen. Ein anderer Kartenstand, gesperrte Wege oder abweichende Einstellungen können ebenfalls dazu führen, dass die berechnete Strecke anders verläuft.
Wenn du eine konkrete Linie nachfahren möchtest, ist ein Track oft eindeutiger als eine Route, die erst neu berechnet wird. Das bedeutet nicht, dass ein Track immer die bessere Wahl ist: Für eine Navigation mit Abbiegehinweisen kann eine Route geeigneter sein. Entscheidend ist, ob dir der genaue Verlauf oder eine Navigation zwischen ausgewählten Punkten wichtiger ist.
Was ist ein Wegpunkt?
Ein Wegpunkt markiert einen einzelnen Ort. Das kann zum Beispiel ein Aussichtspunkt, eine Kreuzung, ein Treffpunkt oder ein Ziel sein. Anders als Trackpunkte bildet ein Wegpunkt für sich genommen keine Linie und beschreibt keinen vollständigen Weg.
Wegpunkte lassen sich mit Namen oder kurzen Beschreibungen versehen. Je nach Programm kann außerdem ein Symbol angezeigt werden. Solche Angaben helfen dir, wichtige Stellen auf der Karte wiederzufinden. Sie ersetzen aber keine aktuelle Prüfung, ob ein Weg zugänglich oder für deine Tour geeignet ist. Die Lage eines Wegpunkts ist als Koordinate gespeichert; wie du solche Angaben liest, erklärt der Beitrag Koordinaten verstehen.
Welche Informationen kann eine GPX-Datei enthalten?
Eine GPX-Datei ist eine strukturierte Textdatei. Neben Positionsangaben kann sie unter anderem Namen, Beschreibungen, Zeitangaben und Höheninformationen enthalten. Welche Felder tatsächlich vorhanden sind, hängt davon ab, wie die Datei erstellt wurde und welche Informationen beim Export übernommen wurden.
Eine Datei kann verschiedene Arten von Tourendaten enthalten. So können Tracks, Routen und Wegpunkte gemeinsam gespeichert sein. Manche Programme legen mehrere Touren oder Abschnitte in einer Datei ab. Beim Öffnen ist es deshalb sinnvoll zu prüfen, welche Elemente angezeigt werden, statt davon auszugehen, dass jede Datei nur eine einzelne Linie enthält.
Fehlen Angaben wie Höhenwerte oder Namen, muss das nicht bedeuten, dass die Datei beschädigt ist. Häufig wurden diese Informationen einfach nicht erfasst oder beim Speichern weggelassen. Auch die Darstellung kann sich zwischen Programmen unterscheiden, obwohl sie dieselbe Datei verwenden.
GPX-Dateien für Wander- und Radtouren nutzen
Für eine geplante Wanderung oder Radtour kannst du eine GPX-Datei in ein kompatibles Navigationsgerät oder Kartenprogramm importieren. Danach lässt sich der Verlauf auf einer Karte ansehen. Prüfe dabei, ob die Datei als Track, Route oder Wegpunktliste erkannt wurde und ob der dargestellte Verlauf plausibel aussieht.
Bei einem Track solltest du kontrollieren, ob die Linie auf Wegen verläuft und ob Start und Ziel stimmen. Bei einer Route ist zusätzlich wichtig, wie das Gerät den Weg berechnet. Wenn Zwischenziele vorhanden sind, kannst du prüfen, ob sie in der vorgesehenen Reihenfolge berücksichtigt werden. Eine technische Anzeige auf der Karte ist jedoch keine Bestätigung dafür, dass jeder Abschnitt begehbar oder befahrbar ist.
Für die Nutzung unterwegs muss die passende Karte auf dem Gerät oder in der Anwendung verfügbar sein. Eine GPX-Datei liefert üblicherweise nicht das Kartenmaterial selbst. Wenn du ohne Mobilfunkverbindung navigieren möchtest, solltest du daher vorab klären, ob die benötigten Karten offline bereitstehen und ob die Datei auf dem Gerät gespeichert ist.
Eine GPX-Linie ersetzt auch keine eigene Orientierung. Wege können sich ändern, unpassierbar sein oder vor Ort anders verlaufen als dargestellt. Beachte Beschilderungen und örtliche Hinweise und passe deine Tour an die tatsächlichen Bedingungen an.
GPX-Datei öffnen, übertragen und prüfen
Zum Öffnen benötigst du ein Gerät oder Programm, das GPX unterstützt. Welche Outdoor-Handgeräte dafür infrage kommen, zeigt unsere Übersicht Outdoor-Handgeräte für Geocaching. Je nach Ausstattung kannst du die Datei direkt importieren, über einen Computer übertragen oder in einer kompatiblen Kartenanwendung öffnen. Die genauen Schritte unterscheiden sich; maßgeblich sind die Funktionen des jeweiligen Geräts oder Programms.
Nach dem Import hilft eine kurze Kontrolle, Probleme früh zu erkennen:
- Wird die Datei ohne Fehlermeldung geöffnet?
- Sind Track, Route oder Wegpunkte sichtbar?
- Liegen Start, Ziel und Zwischenziele an den erwarteten Stellen?
- Wird die Strecke in der richtigen Reihenfolge angezeigt?
- Sind Höhen- oder Zeitangaben vorhanden, wenn du sie benötigst?
Wenn eine Datei nicht erkannt wird, kann die Endung falsch sein, der Export unvollständig sein oder das Programm die enthaltene Struktur nicht unterstützen. Ein erneuter Export aus der ursprünglichen Quelle kann helfen. Bearbeitest du eine Datei, bewahre eine unveränderte Kopie auf, damit du bei Problemen zum Ausgangsstand zurückkehren kannst.
Vor dem Teilen solltest du auch an den Datenschutz denken. Ein aufgezeichneter Track kann zeigen, wo eine Tour begonnen oder geendet hat. Liegt der Startpunkt nahe deiner Wohnung oder enthält die Datei Zeitangaben, können daraus persönliche Informationen hervorgehen. Prüfe den Inhalt deshalb, bevor du ihn öffentlich weitergibst.
GPX-Dateien auswählen und für die Tour vorbereiten
Wenn du eine GPX-Datei aus einer Tourenquelle verwendest, achte darauf, ob sie als Track oder Route angeboten wird. Eine Beschreibung kann erklären, ob es sich um einen aufgezeichneten Verlauf oder eine geplante Strecke handelt. Fehlen solche Angaben, lässt sich die Art häufig daran erkennen, wie die Datei nach dem Import dargestellt wird.
Vergleiche den Verlauf mit einer geeigneten Karte und prüfe, ob er zu deinem Vorhaben passt. Achte besonders auf den Start- und Endpunkt, markante Zwischenziele und mögliche Abweichungen vom geplanten Weg. Bei Radtouren kann auch entscheidend sein, ob die Strecke für die vorgesehene Art des Radfahrens geeignet ist. Für Wanderungen gilt entsprechend, dass Kartenlinie und tatsächliche Wegbedingungen nicht immer übereinstimmen.
Speichere die Datei an einem Ort, auf den du unterwegs zugreifen kannst. Wenn dein Gerät eine Offline-Nutzung unterstützt, prüfe vor dem Aufbruch, ob sowohl die GPX-Datei als auch das erforderliche Kartenmaterial verfügbar sind. So bist du nicht darauf angewiesen, die Tour erst unterwegs zu laden.
Häufige Fragen zu GPX-Dateien
Kann ich eine GPX-Datei ohne GPS-Gerät öffnen?
Ja. Ein kompatibles Kartenprogramm auf einem Computer oder Smartphone kann GPX-Dateien ebenfalls anzeigen. Ein GPS-Gerät ist dafür nicht zwingend erforderlich, solange das verwendete Programm das Format unterstützt.
Warum enthält eine GPX-Datei keine Karte?
GPX speichert Touren- und Positionsdaten, in der Regel aber kein Kartenbild. Das Programm, mit dem du die Datei öffnest, legt die passenden Kartendaten darunter. Deshalb kann dieselbe GPX-Datei in verschiedenen Anwendungen unterschiedlich aussehen.
Lassen sich Fotos in einer GPX-Datei speichern?
GPX-Dateien sind in erster Linie für geografische Daten gedacht. Manche Programme verknüpfen Fotos über zusätzliche Angaben oder eigene Erweiterungen mit Orten; ob diese Verknüpfungen beim Austausch erhalten bleiben, hängt von der jeweiligen Software ab.
Fazit
GPX-Dateien bündeln Tourendaten in einem austauschbaren Format. Tracks zeigen einen konkreten Linienverlauf, Routen verbinden geplante Punkte und Wegpunkte markieren einzelne Orte. Wenn du vor der Tour Dateityp, Verlauf und Kartenverfügbarkeit prüfst, kannst du die Informationen besser einordnen und unterwegs gezielter nutzen.